DIE HISTORISCHEN GEIGEN
Die "Vuillaume"






1833 war Paganini in Paris und sollte sich deshalb für einige Zeit von seiner Lieblingsgeige, der Guarneri ‘del Gesù’, genannt Cannone trennen, denn die Resonanzdecke sollte repariert werden. Das wertvolle Instrument wurde Jean-Baptiste Vuillaume (1798 - 1875), einem fähigen und geschickten Geigenbauer, der Paganini gut kannte anvertraut.
Vuillaume reparierte die Cannone und baute eine so schöne Kopie davon, dass Paganini sie kaufen wollte, aber Vuillaume schenkte sie ihm als Zeichen seiner Anerkennung. Sieben Jahre später, im Jahre 1840, schlug ihm Luigi Guglielmo Germi, Rechtsanwalt und Freund vor, die von Vuillaume gebaute Geige, seinem Schüler Camillo Sivori (1815-1894) zu verkaufen; Paganini stimmte zu und fragte Germi die 500 Franken, die vom Verkauf gewonnen wurden, dem Geigenbauer zu geben. Paganini war sicher, dass Vuillaume seinen Wunsch einem Freund und Künstler zu erfreuen verstanden hätte.
Unter den wertvollen Instrumenten, die er besaß, ein Amati, ein Stradivari und ein Bergonzi, bevorzugte Sivori immer es und nahm es auf seinen langen künstlerischen Reisen immer mit sich. Die Tatsache, dass er das Instrument von Paganini bekommen hatte, bekräftigte seine Verbundenheit zu ihm und ihre künstlerische Beziehung.
Kurz nach dem Tod Sivoris (1894) schenkten seine Nachfolger der Stadt Genua das Instrument, das noch jetzt zusammen mit der Cannone im Palazzo Tursi aufbewahrt ist.
Im Gegensatz zur Paganinis Geige wurde die Sivori aber bis 1992 nicht gespielt.
Die Gemeindeverwaltung Genuas betraute dank der Förderung von Ansaldo S.p.A den Geigenbauer Renato Scrollavezza mit der Restaurierung des Instruments. So wurde die Sivori dem zeitgenössischen Konzertleben zurückgegeben.


Tables of Measurements "Die Sivori"



Key The "Sivori"
A - Body stop (mensur) 195
B - Distance between the upper eyes of the "f"-holes 41,9
C - Distance between the lower eyes of the "f"-holes 111,0
D - Left "f"-hole length 75,6
E - Body length, back 355,0
F - Maximum width, upper bouts, back 170,0 (167)
G - Minimum width, C bouts, back 113,3 (110,0)
H - Maximum width, lower bouts, back 207,0
I - Total depth of volute 52,0)
L - Height of first throw 47,1
M - Width, top of seconds throw 32,0
N - Narrowest point of development 12,3
O - Widest point bottom of volute 25,5
P - Width of ears 42,0
Q - Total length of scroll 105,2
R - Width at heel, back of scroll 27,2
i - Rib height at neck block 30,0
ii - Rib height at upper corner block 32,0
iii - Rib height at end block 32,3
iv - Total length of instrument -
v - Vibrating string length -


All measurements are in mm, taken with calipers, not over the arching