DIE HISTORISCHEN GEIGEN
Die "Guarneri del Gesù"




Geschichte und Tradition
    - Die "Guarneri del Gesù"
    - Die historische Figur von Giuseppe Guarneri 'del Gesù'
    - Kopien und Modelle der "Cannone" in Italien (Englischer Text)
Die "Guarneri del Gesù"
Die Cannone, die Geige von Niccolò Paganini (1782-1840), wurde im Jahre 1743 vom Geigenbauer Bartolomeo Giuseppe Guarneri (1698-1744) 'del Gesù' genannt, in Cremona gebaut. Man glaubt, dass er in 1802 zum Geschenk in Livorno erhielt; er bevorzugte dieses Instrument unter allen Geigen, die er besaß, und nannte es liebevoll "il mio cannone violino" (meine Kanonenvioline) auf Grund seiner Klangfülle.
Alle Hauptteile der Cannone sind bis heute wunderbarerweise unversehrt geblieben und diese Tatsache unterstreicht ihre besondere Einzigartigkeit. Der Wert des Instrumentes ist auch von der Berühmtheit des Besitzers gehoben. Der Lack ist noch original und er ist auf dem Endteil der Decke abgekratzt, weil Paganini, wie seine Zeitgenossen, die Geige ohne den Kinnhalter spielte und legte das Kinn direkt auf die Resonanzdecke.
Dank der ungewöhnlichen Dehnbarkeit der Finger seiner linken Hand, wurde die Cannone einen wunderbaren Partner für Paganini; er konnte nämlich mit diesem Instrument neue Techniken entwickeln und er zog großen Vorteil aus der Leistungsfähigkeit der Geige. Gemäß einer präzisen Anordnung des Testaments, schenkte Paganini die Cannone seiner Heimatstadt, Genua, "um dort ewig aufbewahrt zu werden". Seit 1851 liegt die Geige, zusammen mit anderen Erinnerungsstücken Paganinis im Palazzo Tursi, Sitz der Genueser Stadtverwaltung. Um den Gesundheitszustand der Geige kümmert sich eine Sachverständigengruppe. Unter ihnen befinden sich der Violinist Mario Trabucco, der die Cannone regelmäßig spielt und der Geigenbauer Bruce Carlson, der für ihre Konservierung verantwortlich ist. Obwohl berühmte Geiger Konzerte mit der Cannone in Italien und im Ausland gespielt haben, hat der Gewinner des internationalen Violinwettbewerbs 'Premio Paganini', anlässlich des Festspiels zu Ehren von Christoph Kolumbus am 12. Oktober, das Sonderrecht mit der Cannone aufzutreten.